Leinmehl

Leinmehl ist ein Jungbrunnen

Leinmehl ist kein Getreidemehl, sondern stammt von einer Ölfrucht (dem Leinsamen). Von daher ist es auch glutenfrei. Es besteht aus dem gemahlenen und entölten Leinsamen. Die Trennung von Öl und Faserstoffen hat den Vorteil, dass das Leinmehl lange haltbar ist im Gegensatz zum Leinschrot, der jeweils immer frisch für den Verzehr gemahlen werden sollte.

Im Leinmehl sind (abgesehen von den essentiellen Ölen, von denen nur noch winzige Reste verbleiben) all die wichtigen Phytohormone, Spurenelemente und Ballaststoffe der Leinpflanze enthalten.

Pflanzliche Hormone dienen als Zellschutz und sind wahre Schönmacher

LeinmehlAls pflanzliche Hormone (Phytohormone) kommen im Leinmehl insbesondere die Lignane vor; diese zählen zu den Östrogenen und sind dem menschlichen Östrogen sehr ähnlich, wirken aber schwächer. Im Körper sorgen sie insbesondere als Antioxydantien für die Gesundheit der Körperzellen und verbessern zudem den Energiestoffwechsel der Zellen. Mit ihrer gut funktionierenden leichten Östrogenwirkung wirken sie als „Schönmacher“ für ein gesünderes und glatteres Hautbild; und sie können Fältchen vermindern, indem sie die Kollagenbildung in der Haut wieder anregen. Des Weiteren stärken sie die Haarzellen der Kopfhaare und können so die Haarstruktur verbessern.
Alles in Allem kann man das Leinmehl als optimales und preisgünstiges Anti-Aging-Mittel betrachten.

Ab 2007 rückten medizinischen Studien die Fähigkeiten des Leinmehls ins Licht der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit wegen der Wirkung der Lignane auf die Gesundheit.

Insbesondere für die Zeit der Wechseljahre der Frau ist Leinmehl wegen dieser Lignane interessant. Denn speziell diese pflanzlichen Östrogene verhalten sich im menschlichen Körper als Botenstoffe ähnlich wie das menschliche Östrogen. Das heißt, sie lösen eine ähnliche Wirkung aus, aber in der Regel etwas schwächer als die eigenen Hormone. Das ist medizinisch gesehen dann immens hilfreich, wenn der eigene Hormonspiegel aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Aber auch für Männer sind die Lignane im Leinmehl von gesundheitlicher Bedeutung. Insbesondere im Hinblick auf das Risiko, an Prostatakrebs oder einer gutartigen Vergrößerung der Prostata (BPH=benigne Prostatahyperplasie) zu erkranken können die Lignane von großem Nutzen sein. Denn inzwischen gilt es als bewiesen, dass der Hormonstoffwechsel des Testosterons eine wichtige Rolle spielt bei der Entstehung von BPH und Prostatakrebs. Lignane wirken sich senkend auf den Testosteronspiegel aus. Studien haben gezeigt, dass Männer mit Prostatakrebs, die über einen etwas einmonatigen Zeitraum eine fettarme Diät mit Leinsamen-Lignanen angereichert erhielten, einen reduzierten Testosteronspiegel, ein geringeres Wachstum der Krebszellen und einen Trend zu niedrigeren PSA-Werten aufwiesen (erhöhte PSA-Werte sind ein Indiz für Prostatakrebs).

Durch Einnahme von Leinmehl kann man Lignane (Phytohormone, Phytoöstrogene) hochkonzentriert und leicht vom Organismus verarbeitbar zu sich nehmen.

Die Wirkung der LIGNANE ….

Die Faserstoffe im Leinmehl haben entgiftende Eigenschaften

Die Faserstoffe des Leinsamens wirken als Ballaststoffe; sie verhelfen mit der besonderen Quellfähigkeit zu Gesundheit und Wohlbefinden im Magen-Darm-Trakt. Entzündungen und Reizungen wird entgegengewirkt, die Verdauung und Darmperistaltik wird optimiert. Zudem wirken die Faserstoffe im Leinmehl absorbierend und können damit bindend auf Giftstoffe und krankmachende Keime reagieren.
Einen zusätzlichen Effekt bewirkt das Selen, das in der Faserhülle des Leinsamens enthalten ist. Selen ist ein wichtiges Spurenelement (Schutzelement), das die Eigenschaft besitzt, Schwermetalle zu binden und aus dem Körper zu bringen. Zudem soll Selen im höchsten Maße antioxidativ wirken, damit als Zellschutz dienen und altersbedingten Zivilisationskrankheiten vorbeugen.

Cholesterinsenkende Wirkung von Leinmehl

Der Leinsamen hat die Eigenschaft, Gallensäure zu binden. Die Gallensäure wird unter Verwendung von Cholesterin gebildet und dient der Fettverdauung. Normalerweise wird die Gallensäure am Ende der Fettverdauung im Darm von der Schleimhaut wieder aufgenommen und in der Leber wieder zu Cholesterin abgebaut. Aber mit den Ballaststoffen wird die Gallensäure gebunden und ausgeschieden. Der Körper muss neue Gallensäure binden und verwendet dafür körpereignes Cholesterin. Der Cholesterinspiegel im Körper sinkt.
Zudem ist das Leinmehl durch die vielen Ballaststoffe in der Schale ein hervorragendes Schlankheitsmittel. Denn die Faserstoffe bestehen abgesehen von den wertvollen Phytohormonen und Spurenelementen in erster Linie aus Zellulose, und diese ist unverdaulich. Durch die Quellwirkung entsteht ein hoher Sättigungsgehalt.

Leinmehl in der Low-Carb-Ernährung

Leinmehl wird gern für die Low-Carb-Ernährung verwendet, denn es enthält viel Protein und wenig Kohlenhydrate. Da es im Gegensatz zum ganzen Leinsamen verdaut wird, profitiert man gleichzeitig von den Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen und Phytohormonen aus der Faserhülle des Leinsamens.

Leinmehl Verwendung in der Küche

Leinmehl verträgt sehr gut höhere Temperaturen, die wertvollen Inhaltsstoffe bleiben weitgehend erhalten. Es kann darum ohne Bedenken zum Kochen oder Backen verwendet werden.
Der leicht nussige Geschmack ist eine angenehme Geschmacksbereicherung für z.B. Pfannkuchen, Blinis, Kuchenteig oder Gemüsebratlinge. Bei konventionellen Rezepten kann ca. 1/5 des Mehls durch Leinmehl ersetzt werden.

Durch die bindende Eigenschaft kann Leinmehl als Ei-Ersatz dienen – zum Beispiel bei Rührteig. Statt einem Ei wird ein Teelöffel Leinmehl mit etwas Wasser angerührt, so dass ein geschmeidiger Brei entsteht – dieser wird zu dem Mehl und den übrigen Zutaten gegeben und mit ihnen zum Teig verrührt.

Dosierung von Leinmehl

Leinmehl

Um die optimale gesundheitliche Wirkung herauszuholen, sollte man das Leinmehl täglich “eher pur” zu sich nehmen (auch damit sich der Schleim im Magen-Darm-Trakt bilden kann). Hierzu 2 Teelöffel bzw. 1 EL in ein Glas Wasser geben, verrühren, sofort trinken und mindestens 1-2 Glas Wasser oder Flüssigkeit hinterher trinken (Milch zählt nicht dazu). Ansonsten kann es aber auch ins Müsli, in Quark, Joghurt etc. rühren (hierbei quillt es schon vorher auf und vergrößert das Volumen). Und auch hier sollte man darauf achten, die ausreichende Menge an Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Was man bei der Einnahme beachten sollte

  1. Bei Neigung zu oder gar akutem Ileus (Darmverschluss), Stenosen (Verengungen), Einrissen und Ausbuchtungen im Darm dürfen diese Produkte auf keinen Fall eingenommen werden. Sie quellen auf und es besteht dann die Gefahr einer Verklumpung.
  2. Leinsamen können eingenommene Medikamente binden und damit die Wirkung beeinflussen (mindern). Aus diesem Grund sollte  eine deutlich zeitversetzte Einnahme zwischen Medikamenten und Leinmehl / Leinsamenschrot erfolgen.