Leinsamen, Leinöl, Leinmehl

Leinsamen, Leinsamenschrot, Leinöl und Leinmehl

Leinsamen oder Leinsamen-Schrot, was ist besser?

Der Leinsamen im Ganzen eingenommen dient in erster Linie zur Behandlung von Darmträgheit.
Der Samen wird normalerweise uneingeweicht mit viel Flüssigkeit eingenommen. Dabei sollte das Verhältnis 1:10 sein (auf 1 Esslöffel Leinsamen mindestens 1 Glas Wasser trinken). Der Leinsamen quillt dann erst im Darm auf, entwickelt seine Schleimhülle und rutscht dabei quasi unverdaut als reiner Ballaststoff durch Magen- und Darmtrakt.

Die Schleimhülle des Leinsamens soll einen beruhigenden, entzündungshemmenden Effekt auf die Darmschleimhaut haben.
Will man von der beruhigenden Schleimwirkung schon im Magen profitieren, sollte der Leinsamen vorher eingeweicht werden. In diesem Fall werden die Schleimstoffe teilweise schon im Magen abgebaut.

Der Leinsamen enthält aber auch sehr viele wertvolle Fettäuren, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aktivstoffe. Es ist schade, wenn diese überhaupt nicht genutzt werden, weil der ganze Leinsamen wieder ausgeschieden wird. Besser ist es darum, statt dem normalen ganzen Leinsamen bereits aufgeschlossenen oder als Schrot vermahlenen Leinsamen zu verwenden. Diesen kann man z.B. ins Müsli geben, in den Joghurt rühren oder aber auch einfach mit Wasser einnehmen.
Dabei bitte beachten, dass geschroteter Leinsamen nur begrenzt haltbar ist, dann lässt seine positive Wirkung nach; die Öle im Leinsamen reagieren schon bald mit Sauerstoff, der Leinsamen schmeckt dann bitter oder sogar bald ranzig. Besser, man mahlt ihn jeden Tag frisch.

Wer möchte, kann das Leinöl auch von den Leinmehl (den Faserstoffen) getrennt zu sich nehmen.

Die  Trennung in Leinöl und Leinmehl

Das Leinöl

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Leinöl ist bekannt durch den sehr hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren (essentielle Fettsäuren, die zum Leben notwendig sind – die aber der Körper nicht selbst bilden kann). Leinöl ist nur zum Direktverzehr geeignet, nicht zum Braten oder Kochen (beim Erhitzen werden die Omega-3  und Omega-6-Fettsäuren zerstört, es können giftige Verbindungen entstehen).

Das Leinmehl

Leinmehl  ist der teilentölte Leinsamen, der aus der schonenden Pressung von Leinöl zurückbleibt und dann fein vermahlen wird.
Leinmehl wird gern für die Low-Carb-Ernährung verwendet, denn es enthält viel Protein und wenig Kohlenhydrate.
Es lässt sich auch prima als Verdauungshilfe einsetzen, da es im Magen-Darm-Trakt aufquillt (wenn man es pur, also mit Wasser angerührt zu sich nimmt). Da es im Gegensatz zum ganzen Leinsamen verdaut wird, profitiert man gleichzeitig von den Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen und Phyohormonen aus der Faserhülle des Leinsamens.

Ab 2007 rückten medizinischen Studien die Fähigkeiten des Leinmehls (Faserstoffe des Leinsamens) ins Licht der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit durch die Wirkung der Lignane (Phytohormone) auf die Gesundheit.